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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Kap der Angst // Der Leuchtturm

02. Februar 2010 von Stephan · Keine Kommentare · Aus dem Leben, Brandenburg, Die Generalisten, Heimatkunde, Schöne Orte

Nachdem wir unsere Erfahrungen bei Grillen am Feuerwerkslaboratorium und den Nebel im Diebesgrund verdaut hatten, war schnell wieder unsere Entdeckerlust geweckt. Bereits ein paar Tage später, das Silvesterfest stand kurz bevor, machten wir uns wieder auf in die Nacht. Draußen beim Wetter gab es nichts Neues, es war wie immer arschkalt! Da auch diesmal wieder ein veritables Feuer unsere Sinne erwärmen sollte, musste einiges an Equipment herangeschafft werden. Der Fußweg zum Ort unser Einkehr war nunmehr ungleich weiter als der zum Feuerwerkslaboratorium. Wir brauchten also eine Art Sherpa. Eine umgebaute Sackkarre fungierte uns mehr schlecht als recht als Muli. Beim Überwinden eines komplett vereisten Knüppeldamms warf dieses widerborstige Ding mehrmals unsere Sachen in die feuchte Kälte.

Nach einem ca. 25 minütigen Fußmarsch erreichten wir unseren Zielpunkt. Schon von weitem sah man diesen gottverlassenen Ort im Zwielicht daliegen. Er bildete eine Art Sackgasse. Es gab keinen Fluchtweg. Es war ein Leuchtturm. Dort, wo die Havel in den Breitlingsee mündet, schlugen wir unser Lager auf. Der auffrischende Wind ließ unsere Glieder erstarren. Es ist schon erstaunlich, Feuchte und Wind lassen -1° Celsius wie -10° erscheinen.

Routiniert entfachten wir unser Feuer. Dieses entwickelte sich, angetrieben von einem flotten Westwind, schnell zu einem respektablen Maifeuer, welches wir schnell durch entsprechende Maßnahmen einzudämmen wussten. Da unsere Truppe noch nicht vollzählig war, mussten wir mit der Entfachung des Grills noch etwas warten. Ein Plätschern im Wasser und das Glimmen einer Zigarette kündigte von der nahenden Ankunft des Angstfreien. Wir waren nun vollständig, und die Beratungen an unserer Thingstätte konnten beginnen. Was gab es alles auszuwerten! Rückblickend war 2009 ein gigantisches Jahr gewesen. Wir waren oft im Schutze der Nacht unterwegs. Wir erlebten unsere Umwelt mit neuen Augen. Wir bildeten eine eingeschworene Truppe, die weder Angst noch Mühen scheute, neue Wege zu beschreiten.

Das Thing entwickelte sich gut. Die Grillwurst schmeckte und das Feuer wärmte uns. Unablässig blies ein eisiger Wind von Buhnenwerder herüber, der mit sprühender Gischt die Wellen an die Befestigung des Leuchtturms drückte. In der dunklen Ferne hörte man das morsche Resteis des kalten Dezembers jaulen. Und dann kam es, wie es natürlich kommen musste.

“Hast du das auch gesehen?” Nein, selbstverständlich nicht. Ca. 100 Meter in unserem Rücken soll die Umgebung kurz von einem Licht erhellt worden sein. Ein Spanner? Wilderer? Gleichgesinnte? Nichts dergleichen! Kurzzeitig spielte meine Fantasie wieder verrückt. Wir saßen fest – ohne Ausweg – am Kap der Angst. Leuchtturm // Havelmündung Nun gut, Kopfkino ist manchmal etwas ganz Feines und manchmal aber auch leicht hinderlich in der Ausübung klarer Gedanken. Zum Glück erklärte sich jemand bereit, den Rückweg zu sondieren. Niemand anders als der Angstfreie wollte/konnte diese Aufgabe übernehmen. Gebannt schauten wir ihm nach. Irgendwann verschluckte die Nacht das Glimmen seiner Zigarette, um sie kurz danach wieder auszuspucken. Wie so oft, fröhlich uns entgegen latschend, überbrachte er uns die Kunde, dass kein Verrückter oder Perverser auf uns lauert… Die Luft war also rein, wir konnten wieder am Feuer Platz nehmen.

Kurz vor Mitternacht löschten wir das Feuer und machten uns zufrieden auf den Rückweg. Das Jahr 2009 lag hinter uns, ohne zu wissen, dass 2010 noch viel fulminanter starten sollte…

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