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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Abgrillen // Nebel des Grauens

25. Januar 2010 von Stephan · 4 Kommentare · Aus dem Leben, Brandenburg, Die Generalisten, Heimatkunde, Kirchmöser, Schöne Orte

“Unsere Timeline ist leer!” Für 2009 standen keine besonderen Events mehr im Programmplaner. Die Wochenenden sind bis Jahresende blockiert und auch unter der Woche war wenig Luft auszumachen. Leere Blicke umkreisten die halbleeren Gläser. Ein Entschluss musste her, ein Signal des Aufbruchs. Blut, Schweiß und Tränen – noch dieses Jahr! Allen Dreien am Tisch war klar, nur etwas Besonderes kann das Jahr 2009 noch toppen. Man wurde sich schnell einig, dass fortan die Abende für Kurztrips in die Wildnis oder zu Lost Places genutzt werden. Ein Einweggrill wird dabei zukünftig als Taufschale dienen.

Am Tag des Abgrillens zog seit den frühen Morgenstunden dichter Nebel durch die Gassen. Gegen Abend verdichtete sich dieser. Es war kurz vor Weihnachten 2009. Nur tollkühne und angstfreie Typen zieht es bei diesem Wetter nach draußen. In Kirchmöser angekommen, war der Nebel noch genauso dicht wie damals in Dartmoor. Feuerwerkslaboratorium Kirchmöser im NebelBehangen mit Equipment wie vagabundierende Geologen gingen wir in Richtung Zielobjekt. Überrascht stellten wir fest, dass kein Warnschild oder Zaun uns aufhalten wollte. Der Weg war frei! Das traurige Feuerwerkslaboratorium lag diesig, in Nebel gehüllt, vor uns. Es war eine grausige Stille. Nach einem kurzen Zögern folgten die ersten entschlossenen Schritte. Kurz danach standen wir im Innenhof des Laboratoriums, an beiden Seiten begrenzt von mächtigen Gebäudestrukturen sowie vorne und hinten abgeschlossen durch spitze Türmchen. Wir standen mitten auf einem verwunschenen Vestibül. Es machte sich eine bedrückende Atmosphäre breit. Ich fühlte, wie Schatten an mir vorbeizogen… Ich war also definitiv nicht angstfrei, aber tollkühn genug, mir das anzutun.

In der dunkelsten Ecke des Hofes schlugen wir schließlich unser Lager auf. Das Feuer war schnell entfacht und auch der Grill wurde entzündet. Wir schwiegen. Der Ruf eines Uhu durchbrach die Stille.

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Ein kalter Schauer lief mir den Rücken entlang. Ich gruselte mich. Der Nebel hatte sich etwas gelichtet, teilweise war sogar der Sternenhimmel zu erkennen. Trotzdem zogen vereinzelt dichte weiße Schwaden über den Boden. Schließlich erhellte sich etwas die Stimmung. Die erste Grillwurst sorgte für entsprechende Ablenkung und Geschichten von damals ließen die Gedanken kreisen. Im Unterbewusstsein gelang es mir jedoch nicht, meine Furcht abzulegen. Ich saß mit dem Rücken zum Hautgebäude – dunkle Augen lugten aus den Fensterhöhlen hervor. Immer wieder drehte ich mich um und leuchtete mit der Taschenlampe die Umgebung aus. Einer meiner Begleiter kannte keine Furcht. Er beschloss spontan, auf Expedition zu gehen. Er ließ uns beide am Lagerfeuer zurück und erkundete die Umgebung. Leicht surreal anmutend durchwanderte nun ein kleines LED-Licht den Innenhof.

Feuerwerkslaboratorium Kirchmöser im Nebel

Wir standen vom Lagerfeuer auf und beobachteten unseren Freund. Unser Atem durchschnitt die klare Luft. Plötzlich änderte sich schlagartig die Atmosphäre. Von Osten schob sich eine mächtige Nebelbank in einem beängstigenden Tempo auf den Hof. Innerhalb von Sekunden war das LED-Licht verschluckt. Die Umgebung lief wie eine Badewanne voll mit Nebel. Wir beide erschauderten. Am liebsten hätte ich meinen Begleiter umarmt und um Nähe nachgesucht. Bislang sah ich nur im Fernsehen in solch einer Geschwindigkeit Nebel wandern. Wir konnten einem beeindruckenden Naturschauspiel beiwohnen. Die Kulisse tat ihr übriges. Meine Phantasie komplettierte das Szenario. Eigentlich fehlte nur noch das Heulen eines Hundes und ich wäre vom Wahnsinn getrieben in den kleinen Wendsee gesprungen.

Feuerwerkslaboratorium Kirchmöser im Nebel

Nach ca. 3 Stunden beendeten wir das Abgrillen. Durchfroren und zufrieden grinsend marschierten wir zum Expeditionsfahrzeug zurück. Dort angekommen, entschlossen wir uns, spontan noch einen kleinen Abstecher in den Diebesgrund zu unternehmen. Das Wetter war einfach zu einladend und bis zur verordneten Nachtruhe waren noch 2 Stunden Zeit. Kurzerhand parkten wir das Auto am Hohenzollernstein und begannen den Abstieg in den Diebesgrund. Der alte Habakuk Schmauch hätte uns sicherlich erschlagen, wilderten wir doch in seinem Revier. Der Weg in den Diebesgrund ist der dunkelste in der ganzen Mark. Dicht gewachsene Nadelgehölze überwuchern den Weg. Sekundiert werden diese von mächtigen Buchen, die still und mahnend auf uns herabschauten. Der wabernde Nebel machte die Orientierung schwer, vereinzelt raschelte es im Wald…

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