Ein herrlicher Landregen beglückte gestern Abend die Natur. Für ungesicherte Gebäude ist dieser Regen weniger schön. Womit ich gleich wieder die Kurve zum Feuerwerkslaboratorium in Kirchmöser bekommen habe. Der ganze Komplex darb vor sich hin. Große Teile der Dächer sind defekt. Ich erzähle nichts Neues.
Es scheint so, als wenn sich ein kleiner Teil des Feuerwerkslaboratoriums recht gut halten konnte. Die Bänke für forschende Bahn-Mitarbeiter sind aufgestellt, die Vorlesungen können beginnen.
Es wird Zeit, dass die stillstehende Zeit weiterläuft. Die Deutsche-Bahn und ihre Partner sind nun am Zug. Die Mitte des Jahres naht mit großen Schritten und damit auch die Entscheidung, ob ein Neubau errichtet wird, oder ein Wunder geschieht und das altehrwürdige Feuerwerkslaboratorium gerettet wird.
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“Die Deutsche-Bahn und ihre Partner sind nun am Zug.” ZUG – Ein herrliches Wortspiel, Glückwunsch!
Irgendwie ist mir folgende Frage peinlich, ich stelle sie trotzdem: Wurde #damals im Laboratorium wirklich Feuerwerk hergestellt?
Und zum Bild: Das erinnert mich stark an das alte Plauer Kino. Schade, dass man das nicht nochmal festgehalten hat, bevor der Umbau zum Tanz- und Turnschuppen erfolgte. Grmpf!
“Feuerwerkslaboratorium: Anstalt zur Massenanfertigung von Zündern aller Art, Schlagröhren, Raketen, Zündhütchen etc., sowie der Präzisionsmeßinstrumente und feinern Laboriergeräte für die Artillerie.”
Der Komplex des Feuerwerkslaboratoriums ist ein Teil der Pulverfabrik. Zu diesem Komplex gehörte nicht nur der von mir beschriebene Gebäudeteil, sondern das komplette ehem. Panzerwerk und ein großer Teil des ehem. Walzwerkes. Im nördlichen Teil des Walzwerkes war früher der s.g. Nitrozellulosepulverbetrieb eingerichtet. Oder z.B. im jetzigen Weichenwerk, dort war die Nitroglyzerinpulverfabrik angesiedelt.
Es gab also “Fabriken in der Fabrik” (insgesamt 8).
Der für die Bahn interessante Teil des Feuerwerkslaboratoriums war früher Verwaltungsgebäude dieses und der südliche Flügel beherbergte zusätzlich das s.g. Speisehaus. Umgangssprachlich ist mit dem Feuerwerkslaboratorium nur der Verwaltungskomplex mit Speisehaus (später: Reichsbahnzentralschule, noch später: Hauptverwaltung Panzerwerk) gemeint, also ohne Produktionsstätten.
Eine “kleine Zahl” am Rande. Beim Bau der Pulverfabrik wurden 1.800.000 cbm Boden bewegt. Insgesamt baute man 224 Gebäude errichtet (ohne Wohnhäuser). In Spitzenzeiten waren ca. 4.000 Arbeiter mit dem Bau der Fabrik beschäftigt. Zusätzlich mussten zwischen 500 und 2.000 Kriegsgefangene ebenfalls dort arbeiten.
Ich glaube eher, dass war der Saal für den Politunterricht der sowjetischen Streitkräfte.
Herzlichen Dank für die Informationen; sehr genau!