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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Mit dem Mountainbike durch Wald und Wiese

16. Juni 2009 von Stephan · 2 Kommentare · Aus dem Leben, Brandenburg, Die Generalisten, Heimatkunde

Gestern hat es mich wieder in die Wildnis verschlagen. Über den Neustädtischen Forst ging es in Richtung Gränert Forst und wieder zurück. Eine irre Strecke. Der geneigte Biker würde sagen: Was für ein Trail! Höhe Wilhelmsdorf ging es ab in den Wald, immer schön entlang der Rieselfelder und des Naturkundelehrpfades. Am Horizont ist dann bald Wendgräben zu erkennen. Ich habe ihn gefunden! Den Arsch der Welt, da wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht!” sagen. Mir gefällt’s. Etwas erschrocken hat mich der Einsiedler, welcher stockbesoffen in einer kleinen Baude zwischen Wendgräben und Wilhelmsdorf gepennt hat.

Der nächste Wegepunkt führte mich dann zur Neuen Mühle. Schick, schick. Anscheinend eine Investruine allererster Güte. Niemandsland. Entlang der Buckau fuhr ich weiter in Richtung Buckau-Brücke in der Nähe der Malge. Dort beginnt dann der sagenumwobene Gränertforst. Dort spielt das Flüsschen dann seinen ganzen Charme aus. Herrlich und unbeschreiblich! Teilweise meinte ich Gollum beim Fischen zu sehen. Nach einer kleinen Krabbeltour unter der Eisenbahnbrücke, ging es auf asphaltierten Wegen weiter in Richtung Kirchmöser-Dorf.

Entlang des Möserschen Sees kommt man auf den Gedanken, Urlaub könnte immer sein. Eventuell hat man auch nur den falschen Job. Das Dorf war schnell erreicht und am ehemaligen Seepavillon Gränert wurde gedankenverloren eine längere Raucherpause eingelegt. Schon wieder Wasser, schon wieder eine umwerfende Optik.

In der Dorfmitte querte ich dann wiederum die Eisenbahnlinie, diesmal ganz nach Vorschrift oberhalb der Schienen. Am Abzweig nach Mahlenzien dann schnurrstracks wieder in die Pampa rein, man kann den Faulen See schon fast riechen. Dort war es dann wie immer. Unbeschreiblich. Mittlerweile könnte mich der Biber von seiner Burg freundlich Grüßen. Macht er aber nicht, er ist anscheinend introvertiert. Am See kam dann der Heimatkundler in mir durch und ich hielt Ausschau nach der Wüstung Derentin. An der Stelle, wo der Hechtgraben vom See abfließt, landete ich dann einen Volltreffer. An einem vermutlich künstlich angelegten Wall fand ich einen Ziegelstein. Ja genau, einen Ziegelstein! Faustgroß und wahrscheinlich völlig unbedeutend.

Ziegelstein Wüstung Derentin

Weiter südlich kämpfte ich mich dann durch den Diebesgrund und grüßte auch kurz die Silberquelle. Die perfekte Filmkulisse für Robin Hood, das wusste damals auch schon Habakuk Schmauch und ließ sich nieder. Nicht ohne Grund nennt man diese Gegend in alten Aufzeichnungen den Düsteren Winkel. Zwei Ameisenburgen weiter stand mitten im Wald ein knallbunter Bienenwagen! Durch dichtem Wald kommend traf ich dann bald wieder auf die Eisenbahnstrecke, in etwa dort, wo früher das Mordhäuschen (Wer Informationen dazu hat, bitte melden.) gestanden haben soll. Dieses befand sich zu früheren Zeiten direkt auf der Grenze der Gemarkung Möser und bildete in nördliche Richtung eine Linie mit der Spitze der Insel Kiehnwerder. Von dort öffnet sich eine romantische Lichtung. Diese ist mir noch gut in Erinnerung. Während des Geschichtsunterrichts sind wir als Kinder früher oftmals mit unserem Lehrer, Charly Mende, dorthin gepilgert und haben frühzeitliche Spuren gesucht und gefunden. Diesmal habe ich nichts gesucht, ich hatte ja meinen Ziegelstein.

Der Rest ist schnell erzählt. Heraus aus dem Wald geht es in Richtung Buckau-Brücke, vorbei an der Malge und am Nördlichen Teil des Naturlehrpfades in Richtung Wilhelmsdorf.

Nachfolgend findet ihr den Trail mit wichtigsten Wegepunkten in einer Google-Maps-Karte. Wenn ihr diese in einem neuen Fenster separat öffnet und als Content Picassa-Webalben hinzufügt, dann seht ihr auch die entsprechenden Bilder, welche mit GPS-Koordinaten versehen sind. Aktiven Bikern stelle ich gerne auch die gesamten GPS-Daten in Form einer *.gpx zur Verfügung.


Trail Neustädtischer- und Gränertforst auf einer größeren Karte anzeigen

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2 Kommentare bis jetzt↓

  • Wim RockNo Gravatar

    Hallo! Eine etwas unerwartete und ungewöhnliche Frage, wahrscheinlich: Was bedeutet “Malge”? Google hilft mir nicht weiter, Duden auch nicht… Ich bin gerade dabei, eine Erzählung von Robert Musil ins Niederländische zu übersetzen. Freilich liegen Kirchmoser und das Fersenatal ein wenig auseinander, und das Österreichische weicht wohl vom Hochdeutschen ab… In seiner Erzählung meint Musil vielleicht Heuställe, oder Wiesen… Ich würde mich dehr freuen, wenn Sie mir helfen könnten. Vielen Dank im Voraus!

    • StephanNo Gravatar

      hallo, ich habe gerade mal nachgeschlagen. leider kann ich detailliert auch nicht weiterhelfen. derzeit ist die “malge” ein ausflugslokal. entstanden ist dieses aus dem ehemaligen “forsthaus malge”.

      wahrscheinlich ist die bedeutung im altpolabischen zu suchen. die umliegenden ortsnamen (görisgräben, wendgräben) lassen sich darauf zurückführen. ebenso der fluss buckau: 1441 tu de bukowen, 1745 buckau; altpolab. buk = buche

      in der nähe der malge befindet sich die so genannte “klutsche wiese”. eventuell wurde diese durch die malge bewirtschaftet. in der literatur habe ich jedoch darüber nicht gefunden.

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