Gestern. Dritter Akt und gleichzeitig Finale:
Ich war dieses Land, das ich unwillig wollte und das, mich verbiegend, mich behütete wie ein Kerker, in dem mir wohl war bis zum Erfrieren, und aus dem Packeis schlug ich meine Sätze, meine Themen, meine hoffende Hoffnungslosigkeit, die ich nun, hautlos dickfellig einem eisigen Pack darbieten werde, dessen Teil ich bin und an dem ich nie Anteil nehmen werde, weil zwischen Hirschgeweihen und Tango unterging, was meins war ohne mir zu gehören, Ich, der ich die Katastrophe genieße, die mich ekelt – mich, der nun ohne Heimat.
Die Zeit vom 07. Mai.2009 – Butterbrot und Kaviar -Heiner Müller im Gespräch zu Fritz J. Raddatz
Die Aufarbeitung der Geschichte der DDR ist bislang gescheitert. Lebensläufe werden nicht verstanden, auch weil wir sie teilweise selber nicht mehr verstehen. Vielleicht kann dieser Satz Aufklärung Orientierung geben, in einer Zeit, wo viele staatenlos ein Grundgesetz feiern.
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Ach ja die DDR, in drei Akten. Aber zurück schauen bringt auch nichts. Nur wer nach vorne schaut, lernt den aufrechten Gang.
Grüße Hirse
Ich finde das immer verdächtig, wenn Leute meinen, sie wüssten alles von sich aus und bräuchten keinen Blick über den persönlichen Tellerrand zu werfen. Bloß nicht zurückschauen!
Das ist eine politische Unbekümmertheit und Schnoddrigkeit, die mit wirklichem und verantwortungsbewusstem Leben nichts zu tun hat.
Denn: Beispielsweise im Alltag machen wir es genau anders herum und schauen auch mal zurück. Wenn uns etwas gelingen soll, was bisher nicht geschafft wurde, fragen wir uns, was habe ich falsch gemacht und muss ich demnach nächstes Mal anders machen.
So abwegig kann das also nicht sein. Deshalb: Aufrechter Gang hat ganz viel mit dem Blick nach vorne und nach hinten zu tun!
Hallo Rene, schau mal raus, die Sonne scheint, fast. Opel ist geretet, Rosa Luxemnburg gefunden. Ich hab genug zu tun, zukünftiges freudig in Erfahrung zu bringen. Ja die Geschichte und Wurzeln sind schon wichtig. Es gibt Dinge, die waren toll und es gibt Dinge die werden toll sein. Was erwartet mich den da in der Vergangenheit? Papiere, Fotos, Stempel, ungenutzte Möglichkeiten. Und was erwartet mich jetzt und bald? Alles und darum gehe ich lieber’s da lang. Las Dich nicht ärgern, ich find euren Beitrag toll und hab eine Meinung. (von vielen) Gruss Hirse
Das Grundgesetz und die Ost-Deutschen | BrandenBlog.com // 03.06.2009 um 15:02 Uhr
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