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Einigkeit und Recht und Rio – unsere Hymne

21. Mai 2009 von René · 1 Kommentar · Die Generalisten

Vor ein paar Tagen habe ich in der SZ den Vorschlag Heribert Prantls gelesen, man solle unserer Nationalhymne anlässlich des 60. Geburtstages der Bundesrepublik eine zweite Strophe anhängen. Prantl schlug aber nicht eine weitere Strophe des Deutschlandliedes vor, sondern: die erste von Auferstanden aus Ruinen. Das war durchaus ernst gemeint und ließe sich laut Prantl auf zweierlei Weise begründen: zum einen mit dem Pathos und dem Optimismus des Textes und zum anderen mit der Zeile “Deutschland, einig Vaterland”. Und auch eine geistige Nähe zur DDR sei nicht gegeben, da seit 1973 gerade wegen dieser Textzeile der Text zur Hymne offiziell nicht mehr gesungen wurde. Insoweit steht Prantls Vorschlag sogar für eine Überwindung von DDR-Verhältnissen. Zudem sei Auferstanden aus Ruinen “die Antwort auf die Hybris von ‘Deutschland, Deutschland über alles’, der heute zu Recht verpönten ersten Strophe des Gedichts von Hoffmann von Fallersleben.” Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch darauf, dass bereits Willy Brandt während seiner Zeit als Kanzler die DDR-Oberen darauf hinwies, dass ihnen laut ihrer Hymne an einer deutsche Einheit gelegen sein müsse. Auch dadurch hätte eine entsprechende zweite Strophe erhebliche Symbolkraft.

Den Vorschlag, Auferstanden zu Ruinen in die Hymne aufzunehmen, gab es im Übrigen schon einmal: Bereits Lothar de Maizière schlug 1990 Helmut Kohl dies vor; dieser jedoch lehnte irritiert ab. Die Ostdeutschen sollten froh sein, dass sie nun bei der Bundesrepublik mitmachen könnten und sollten nicht so einen Quatsch vorschlagen.

Bei einer aktuellen Umfrage der SZ jedenfalls erhielt Prantls Vorschlag die Mehrheit der Stimmen.

Anlässlich des 60. Geburtstages des Grundgesetzes an diesem Wochenende habe auch ich mir nun Gedanken um unsere Hymne gemacht. Sollte Prantls Vorschlag sich nicht durchsetzen, wäre ich für eine völlig neue Hymne – und zwar eine, die für einen unverkrampften Umgang mit unserem Land steht, auch wenn Helmut Kohl dieser Vorschlag kaum besser gefallen dürfte. Aber seht selbst:

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