Am Wochenende geisterte es groß durch die Presse. Unser aller Frank-Walter Steinmeier (SPD), Bundesaußenminister und hiesiger Wahlkreiskandidat, hat für den Industriestandort Kirchmöser einen großen Deal an Land gezogen. Die Deutsche Bahn möchte ein Forschungszentrum am Bahnstandort Kirchmöser aufbauen. Bestens!
Etwas stutzig wurde ich, als ich im Bericht der Märkischen Allgemeinen von einem Neubau lesen musste. Also ran an die Tasten und kurzerhand der Bahn eine Mail geschrieben. Nachfolgend ein kleiner Auszug:
Folgende Fragen interessieren uns vor dem Hintergrund Ihrer Investitionsentscheidung:
1. Ist schon konkret bekannt, wo genau im Industriegebiet Kirchmöser die Ansiedlung erfolgen wird?
2. Wird es sich dabei um einen Neubau handeln?
3. Wird eine Investition im Bereich des ehemaligen Feuerwerkslaboratorium geprüft bzw. ist Ihnen diese Immobilie bekannt?
Nach 3 Stunden hatte ich bereits eine Antwort im Mailkasten. Die Worte Steinmeier und Außenminister bewirken anscheinend nicht nur in Kirchmöser Wunder, sondern auch bei der Bahn in Berlin. Derzeit fehlt mir von Seiten der Bahn noch die Freigabe Auszüge ihrer Antwort hier im Blog veröffentlichen zu dürfen. Deshalb interpretiere ich einfach mal…
Grundsätzlich: Ja, die Fakten, welche zu lesen waren, stimmen. Klasse! Man wird das Engagement offiziell machen, wenn die ersten Details geklärt sind. Gut so!
Offensichtlich schaut sich die Bahn jetzt erstmal in Kirchmöser um, wie man das umsetzen kann, was die Granden entschieden haben. Meineserachtens liegt genau hier die Chance für Kirchmöser. Konkret meine ich die Immobilien des ehemaligen Feuerwerkslaboratoriums. Schaut selber:
Feuerwerkslaboratorium auf einer größeren Karte anzeigen
Das Satellitenbild ist relativ alt. Zwischenzeitlich hat sich da draußen einiges zum Guten gewendet. Die Infrastruktur ist nahezu ideal, Baufreiheit ist vorhanden, nur das benannte Feuerwerkslaboratorium fristet ein trauriges Dasein in seiner ganzen Pracht. Es handelt sich dabei um ein herrliches, denkmalgeschützes Ensemble, welches nach frischem Kapital schreit. In Anbetracht der schieren Größen scheint es illusorisch, dass ein Privater dieses Vorhaben stemmen kann. Und nun kommt die Bahn ins Spiel. Erstmal löst ein ehrwürdiger Bau mehr kreatives Potential aus, als ein profaner Neubau. Zweitens lässt sich durch das vorhandene Ensemble der Campusgedanke perfekt umzusetzen. Drittens – und das ist das Beste – war dieses Objekt Teil des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes in Kirchmöser. Ganz frech reden wir hier von historischer Verantwortung! Das sollte überzeugen. Danke. Für die schnelle Entscheidungsfindung geht es hier zum Verkaufsexposé (pdf).
Also, her mit den Fördermillionen, her mit den Bahnmillionen – rein ins Feuerwerkslaboratoium in Kirchmöser. Wenn nicht ihr, liebe Bahn, wer dann? Her mit dem schönen Leben!
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Ihr habt euch große Mühe gemacht mit dem Beitrag- Alle Achtung!!
Ich habe von 150 neuen Arbeitsplätzen gehört, für die Entwicklung regenerativer Energien für die Triebwagen der Bahn.
Perfekt!
Vielen Dank für die lobenden Worte.
Grundsätzlich ist die ganze Kiste ein spannendes Thema. In Verbindung mit der Chance für die alte Bausubstanz und den sonst trüben Aussichten für diese, lohnt es sich hoffentlich nachzuhaken.
Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
Besten Dank und gruss
Update: Feuerwerkslaboratorium in Kirchmöser // Deutsche Bahn | BrandenBlog.com // 18.05.2009 um 00:02 Uhr
[...] Steinmeier, der Außenminister von Kirchmöser // Feuerwerkslaboratorium [...]