Jugendkultur ist schon etwas Feines! Meine Generation hatte auch so einge Rituale, wofür wir uns heute schämen. Ich behaupte einfach ganz frech, bei uns hat überwiegend das Maß gestimmt – wenn Grenzen überschritten wurden, haben wir sie wenigstens mit Anstand und Stil überschritten. Heute ist das anders.
Immer verstörter muss ich seit einigen Monaten oder fast Jahren zur Kenntnis nehmen, dass es in Mode gekommen ist, mit der Pulle in der Hand durch die Straßen von Brandenburg an der Havel zu schlurfen. Im Idealfall ist diese Pulle ein Getränk der Marke Sternburg Diesel. Mich beschleicht das Gefühl, mittlerweile stellt dieses Getränk eine Art Statussymbol für die saufende Jugendgeneration dar. Nun gut.
Gerade eben bin ich über die Luckenberger Brücke gefahren, da kam mir wieder so eine komische Gestalt laufend entgegen. Ok, von laufen kann man dabei nicht wirklich sprechen, es wirkt eher wie spastisches Gestakse. Aber mit der Flasche in der Hand meint man, es wirke schon irgendwie auf die Umgebung. Ja, es wirkt. Und wie! Lächerlich! Warum sagt denen niemand, dass sie erbärmlich, jämmerlich und dumm auf ihre Mitmenschen wirken. Ich traue mich das leider nicht, da regelmäßig gleiche mehrere dieser Exemplare vor meiner Haustür rumlungern. Überhaupt! Im Mob kultiviert sich diese Art der Jugendkultur ins Unermeßliche! Sie perpetuiert und potentiert sich quasi.
Folgendermaßen: Die leere Flasche gehört grundsätzlich gegen Hauswände geworfen. Im Idealfall benutzt man die Wand einer Kirche. Uriniert wird in eine möglichst nicht allzu dunkle Ecke. Im Idealfall wird gegen eine Kirchenwand gepisst. Etwaige Gesichtsblähungen werden in die Gegend gebrüllt. Im Idealfall wird direkt in das Gesicht des Kumpels gerülpst.
Also, liebe Leute, reißt euch etwas zusammen. Macht eurer Umwelt nicht soviel Angst, schließlich sollt ihr unsere Zukunft sein. Im Idealfall fragt mal Mama und Papa, wie das früher so war. In diesem Sinne: Prost ihr Säcke, im Idealfall nehmt das nächste Mal wenigstens ein Glas mit.
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Recht haste! Mich nervt auch diese Mobbildung an verschiedensten Stellen in BRB inkl. Sternburg Flaschen! Dann noch unmögliche Kleidung (Hosen in den Socken zB) und eine Art und Weise die unterstes Niveau ist. Und das ist dann die Zukunft Deutschlands.
Tja was soll ich sagen, exakt in diesem Moment lungern bei mir vor der Tür an der St. Annen-Promenade ca. 20 dieser Hirnis rum, schätzungsweise im Alter zwischen 13 und 17. Dabei auch ein paar Mädels die das alles scheinbar total cool finden. Es klimpern die Sternburgflaschen, die elegant in einer Nettotüte von einem Typen mit nem Cap was 10 cm über seinem Schädel tront transportiert werden. Wie kann man so schamlos sein und seinen geistigen Dünnschiss, nichts anderes ist es was aus deren Mündern kommt, mitten in einer eng bebauten Wohngegend durch die Gegend brüllen. Hinter den Mauern, die man auch Fassaden nennt, leben Menschen welche die Woche über gearbeitet haben und vielleicht einfach auch mal halbwegs eine gewisse Art von Wochenendruhe genießen wollen. Nur das checken diese vom Alkohol venebelten Gehirne nicht. Ich würde mich an deren Stelle einfach nur maßlos schämen mich so in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die ersten Flaschen sind bereits im Kanal gelandet sowie auf dem Weg zerdeppert worden und vom Steg aus hat ein dickliches Etwas völlig schamlos in den Kanal uriniert. Naja habs gleich mal gefilmt, vielleicht findet sich ja mal Verwendung dafür… beim Kinderfilmfestival oder so.
Mir wird Angst und Bange wenn ich daran denke, dass dieses Gesocks mal meine Rente verdienen soll. Eher wird es wohl so kommen, dass wir für die vorprogramierte Hartz-4-Karriere aufkommen werden. Armes Deutschland. Wie du schon sagtest, wir haben früher auch gefeiert… allerdings zumindest mit einem Mindestmaß an Stil und wir hatten noch eine natürliche Schamgrenze die uns vor solchen Peinlichkeiten größtenteils bewahrt hat.
Ich gebe euch allen recht: Was ihr beobachtet habt, ist bedenklich.
Aber bitte bedenkt, es gibt auch noch andere Jugendliche. Und die kann ich mir sehr gut als unsere Zukunft vorstellen. Man darf sich nicht von dem optisch prägenden Teil blenden lassen. Es gibt noch mehr. Ich würde mal vermuten, die Rabauken, die ihr gesehen habt, stehen nicht einmal für ein Drittel der heutigen Jugend. Ich sehe jedenfalls täglich in der Stadt auch sehr viele “vernünftige” Jugendliche.
Als ich 13 war, gab es in meiner Stadt sehr viele Skins im Alter zwischen 12 und 18. Und die haben leider das Bild in meiner Heimatstadt geprägt. Da haben sicher auch viele gedacht: Und das soll unsere Zukunft sein? Ich verwahre mich aber dagegen, dass die 20 % Skins uneingeschränkt repräsentativ für meine Generation waren oder sind.
Ihr habt alle Recht…Armes Deutschland – armes Brandenburg..und was macht man da nun?
Ich empfehle die englische Dokumentation “Hot Fuzz” mit Simon Pegg und Nick Frost zur Ideenfindung bezüglich einer Lösung des Jugendproblems…