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Buch-Tipp: Uwe Tellkamps “Der Turm”

25. März 2009 von René · 1 Kommentar · Die Generalisten, Mugge - Gedrucktes - Elektronik

Von mir gibt’s heute einen Buch-Tipp. Es geht um “Der Turm” von Uwe Tellkamp. Ja, ihr erinnert euch richtig: Das ist der Roman, der letztes Jahr den Deutschen Buchpreis gewonnen hat. Die Erzählung schildert drei miteinander verwandte Charaktere aus dem bildungsbürgerlichen Villenviertel Dresdens in den letzten sieben Jahren der DDR. Der Roman dringt dabei vor in verschiedene Milieus der DDR wie etwa Bildungswesen, Militär, Jugendbewegung, Literaturkreise, Parteileben und das Gesundheitswesen. Daran erkennt man schon, dass die Erzählung breit angelegt ist; sie erstreckt sich auf fast 1000 Seiten.

Meines Erachtens wurde Tellkamps Werk letztes Jahr durch die Preisverleihenden treffend als Vorwenderoman bezeichnet, der “in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft” entwerfe, “die ihrem Ende entgegentaumelt.” Ich jedenfalls habe schon lange kein so wortgewaltiges Werk mehr gelesen. Manche Kritiker greifen sogar noch höher und sehen Tellkamps Roman in einer Linie mit Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre”, Thomas Manns “Buddenbrooks”, Hesses “Glasperlenspiel” und Grass’ “Blechtrommel”.

Einräumen muss ich aber: Wer den Turm erklimmen will, braucht einen langen Atem. Tellkamps wechselhafter Stil und seine  Neigung zu detaillreichen Beschreibungen sind gewiss nicht jedermanns Sache.

Dennoch gelingt es Tellkamp auf beeindruckende Weise, die kleinen und großen Dinge aus der letzten Phase der DDR zu beschreiben. So wird ganz pragmatisch jeglicher Verklärung Einhalt geboten. Darüber hinaus sind sehr interessant: die Parallelen zu dem wirklichen Leben Dresdens in den 80ern. So merkt man beispielsweise recht schnell, dass die Figur des Bezirkssekretärs Barsano angelehnt ist an den derzeit in Brandenburg für Gesprächsstoff sorgenden Hans Modrow.

Also: Wer gerne große Bücher liest, dem empfehle ich dringend Erwerb und Lektüre des Turms.

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Ein Kommentar bis jetzt↓

  • StephanNo Gravatar

    Der Turm hat es auch mir angetan. Leider stehe ich noch auf den unteren Stufen zu diesem.

    In der Tat wortgewaltig, verspielt und verschachtelt. Einfach mal so in der Badewanne lesen, ist definitiv nicht möglich. Wenn ich nur an die ersten 6 Seiten zurück denke, bin ich gleich wieder verwirrt.

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