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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Nachgedacht: Brandenburg (k)eine Stadt für Studenten?

23. Februar 2009 von René · 12 Kommentare · Brandenburg, Die Generalisten, Nachgedacht, Politik

Ich bin in den letzten Wochen einige Male am späten Nachmittag mit der Tram von der Haltestelle Fouquéstraße/FH in Richtung Hauptbahnhof gefahren. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Es fahren eine Menge Studenten der FH zum Hauptbahnhof, um von dort aus nach Hause nach Berlin, Magdeburg, Potsdam und sonst wo zu gelangen. Konkrete Zahlen kann ich nicht nennen. Es dürften aber nicht wenige sein, denn: die Bahn ist immer gut gefüllt gewesen.

Mein Gefühl hat mir dabei immer gesagt: schade! Zwar kenne ich mich als Neu-Brandenburger nicht aus im studentischen Leben der Stadt. Dennoch denke ich, dass es Reize geben muss, jemanden dazu zu bewegen, dort zu wohnen, wo er studiert. Das erste Argument sind immer noch die kurzen Wege. Gut, wer in Berlin leben will, den bekommt man nicht nach Brandenburg gelockt. Aber bei Potsdam oder Magdeburg dürfte dies schon anders sein. Potsdam etwa ist zwar Landeshauptstadt mit über 100.000 Einwohnern. Doch lebt es sich auch dort, so zumindest meine Erfahrung aus sieben Jahren, wie in einer breitgedehnten mittelgroßen Stadt. Das ist nichts Schlechtes, doch versprüht es eben keine Großstadt-Atmosphäre. Und dementsprechend sehe ich keinen allzu großen Vorsprung zu Brandenburg an der Havel.

Vielleicht ist ein Grund für das Pendeln der Studenten in die größeren Städte, dass auch diejenigen pendeln, die morgens (meist mit dem Auto) aus der Region bzw. dem Land Brandenburg zur Vorlesung anreisen. Aber das ist nur ein Verdacht. Und so richtig befriedigt mich die Erkenntnis auch nicht. Das wäre nämlich ein rein objektiver Grund, der in erster Linie mit der Herkunft der Studenten zu tun hat.  Aber wie sieht es auf der subjektiven Seite aus: Was fehlt Brandenburg an der Havel, um junge Leute zum Herziehen zu motivieren? Was muss sich hierfür verändern? Speziell wegen des recht hohen Durchschnittsalters der Brandenburger dürften solche Überlegungen sinnvoll sein.

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12 Kommentare bis jetzt↓

  • axlNo Gravatar

    Die Frage ist eher: Was würde dich dazu bewegen, als Student in dieser Stadt wohnhaft zu werden?

  • MartinaNo Gravatar

    Hmm…
    - Morgens eine Stunde länger schlafen? Und abends eher Feierabend?
    - Eine schöne WG in einer tollen Altbauwohnung, für wesentlich weniger Knete als in Berlin?
    - Kontakt mit den Leuten, mit denen ich studieren würde – auch über die Vorlesung hinaus?
    - Frische Luft?
    - Chillen am Wasser? Wassersport?
    - Dafür sorgen, dass in Brb was entsteht – Kultur, Szene, Nachtleben?
    - Rocken im Ferrum… ok, das war jetzt nen Witz! Aber zum Rocken ist man ja schnell in Berlin… dann lieber mal am WE in die Hauptstadt pendeln, als jeden Werktag von Berlin nach Brb.

    Ich denke aber, darum ging es René nicht. Er fragt sich, was die Stadt tun kann, um die Studies hierher zu lotsen, oder?

  • axlNo Gravatar

    @ Martina:

    Das, was du in deinen ersten 4 Punkten beschreibt, können er, und andere Studenten, ja jetzt schon haben – und trotzdem ziehen sie nicht nach Brandenburg…

    Punkt 5 (Kultur, Szene, Nachtleben) ist für Studenten wohl am auschlaggebendsten – “lieber stehe ich ne Stunde früher auf, als in einer ‘toten’ Stadt aufzuwachen”…

    Eins darf man in dieser Diskussion nicht vergessen – Brandenburg ist keine Uni-Stadt, sie hat eine Fachhochschule…
    …Städte mit Geisteswissenschaften haben ein ausgeprägteres Studentenleben als technisch/betriebswirtschaftliche orientierte…

  • MartinaNo Gravatar

    Klar können sie das jetzt schon haben – allerdings bezweifle ich, dass die pendelnden Studenten wissen, dass das möglich ist. Sie steigen in die Tram, fahren zur FH, durch die “wunderschöne” Bauhofstraße… und abends fahren sie zurück, OHNE darauf aufmerksam zu werden. Und genau darum geht es! Wie kann Brandenburg zeigen, was es zu bieten hat?
    Ich denke allerdings, dass wir auf zwei unterschiedlichen Ebenen denken – wenn du Brandenburg als tot wahrnimmst, dann hast du eine komplett andere Ausgangsposition.

    Und bei meinem fünften Punkt habe ich extra geschrieben: “Dafür sorgen, dass in Brb was entsteht – Kultur, Szene, Nachtleben?” So etwas muss entstehen; was allerdings nicht geht, wenn die Leute dafür fehlen.

    Weiterhin sehe ich keinen Unterscheid zwischen Studenten der Geisteswissenschaften und den technisch orientierten. Das Städte mit ersteren Studenten ein “ausgeprägteres Studentenleben” haben kann möglich sein… Nur, welche Städte meinst du? Und was verstehst du unter Studentenleben?

  • VadderNo Gravatar

    So isses !

  • pixelNo Gravatar

    Ich glaub Brandenburg hat als Studentstadt auch ein schwierigen Start. Ein Hochschule, egal welcher Art, zu etablieren ist nicht so einfach. du kannst nicht einfach sagen, so jetzt sind wir eine Hochschulstadt. Der Brandenburger ist ein extrem schwieriger Mensch und jetzt versteht mich nicht falsch, ich bin von ganzem Herzen Brandenburger aber in allen Belangen, aber sei es im Bereich Konsum, Entertainment oder eben auch Kulturellsozial ist der Brandenburger ein echt schwieriger Fall.

    Nur was macht eine Studentenstadt aus ? Sind es die gepflegte Kneipen? Sind es gut geführte Cafebars mit freundlicher Bedienung? All das hat Brandenburg irgendwie ein bisschen aber eben nicht richtig. Ich fühle mich in Göttingen zum Beispiel gleich wohler. Ich denke das Hauptproblem liegt daran, dass es keine Campustradition gibt. Brandenburg war eine Garnisonsstadt und der “Spass”, sofern es welchen gab, fand hinter den Garnisonsmauern statt und in den letzten 60 Jahren war Brandenburg schlicht und ergreifend eine Arbeiterstadt.

    Aktuell nennen wir uns nun Hochschulstadt aber nirgends finden sich dafür echte Anhaltspunkte. Weder in der Innestadt in Form von Studentenkneipen oder Studentenaktionsprogrammen noch sonst wo. Klar werden jetzt einige sagen, es gibt doch das IQ … Na toll, direkt auf dem Campus… Irgendwie ist es nichts ganzes und nichts halbes. Es kommt kein Flair auf.

    Dennoch hoffe ich, dass sich etwas tut in der Stadt! Brandenburg bietet so viel mehr !!!

  • Brandenburg ImmobilienNo Gravatar

    Leicht wird es nicht aber es auch nicht unmöglich. Pixel hat völlig recht mit seiner Ausführung. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sich die Stadt in dieser Hinsicht verändern würde.

  • MartinaNo Gravatar

    Achso, Pixel: Und weil Brandenburg momentan so ist, wie es ist, kann es sich nicht entwickeln?
    ‘Tradition’ muss entstehen und reifen. Es geht nicht ums Fingerschnipsen und *zack* ist Brandenburg eine Hochschulstadt. René fragt ja nicht umsonst am Ende seines Artikels: “Was fehlt Brandenburg an der Havel, um junge Leute zum Herziehen zu motivieren? Was muss sich hierfür verändern?” Du hoffst ja auch, dass sich was tut in Brandenburg – mach doch mal einen Vorschlag?!

  • daflNo Gravatar

    Um eine Stadt für Studenten attraktiv zu machen benötigt man in der Woche ein gutes Programm an Partys und Kultur. Das Wochenende ist eher zweitrangig, da schafft man es auch woanders hinzufahren.

    Wenn ich in der Woche mal eine kulturelle Veranstaltung oder ein Konzert in Potsdam/Berlin Besuche kommen für mich als Brandenburger jedes mal noch 7€ Taxi dazu. Auch nicht gerade toll und man möchte ja doch irgendwann schlafen gehen. Da kann man sich dann irgendwann auch die Wohnung woanders leisten, tagsüber fahren ja noch die Straßenbahnen und Busse.

    An sich finde ich es gar nicht schlimm, dass Studenten die schon vorher in Berlin gewohnt haben dort bleiben und pendeln. Was ich so in letzter Zeit mitbekommen habe ist, dass Studenten aus ganz Deutschland nach Brandenburg zum studieren kommen und sich dennoch die Wohnung in Potsdam oder Berlin suchen. Ich glaube ja, dass ich nach Brandenburg gezogen bin, weil ich das erste mal mit dem Auto kam. Am Bahnhof präsentiert sich Brandenburg ja einem noch in seine ganzen Schönheit ;)

  • pixelNo Gravatar

    Doch BRB kann sich entwickeln! Doch dazu bedarf es vor allen Dingen der Brandenburger selber. Seit freundlich gegenüber anderen verdammt nochmal. Diverse Erfahrungen am eigenen und Erfahrungen von Freunden, welche nicht aus BRB stammen belegen es immer und immer wieder. Brandenburger sind extrem skeptisch gegenüber Personen welche nicht aus BRB kommen.
    - Der erste Eindruck zählt -

    Damit Brandenburg aber auch mit seinen Attraktionen werben kann (davon hat BRB genug), gehört es sich ein entsprechendes Marketingkonzept zu erstellen. Dazu zähle ich ein Innenstadt-, Industrie- sowie ein Tourismuskonzept. Ich weiß nicht wie viele Konzepte in den letzten Jahren fü teuer Geld von sogenannten Experten erstellt worden sind. Citymanager kommen und gehen und dennoch passiert nicht wirklich etwas. Es gibt hier und da kleine Highlights die aber wieder im kalten Wind der Brandenburger ausgehen. Es gibt IG´s für jede Einkaufsstrasse und für jeden Platz, warum nicht eine IG für DIE Stadt? Warum arbeiten Brandenburg lieber gegeneinander anstatt miteinander … ohh ich schweife ab … Ich leb gern in Brandenburg und lasse mich auch häuslich hier nieder… Aber zum Glück kann ich oft genug sowohl privat als auch geschäftlich über den Brandenburger Teller hinausschauen und andere Impressionen einfangen und versuchen diese meiner Tochter mit auf den Weg zu geben…

  • LehmoNo Gravatar

    @Pixel
    Ich gebe dir völlig Recht. Es wird leider mehr gegeneinander gearbeitet als miteinander. Schade.

    Ich bin auch viel unterwegs aber immer wieder froh wenn ich zu Hause in Brandenburg bin.

    Vielleicht müsste die FH versuchen, sich eine eigene spezielle Identität oder Tradition aufzubauen.

    In Schweden organisieren die 6 Semester immer eine Willkommenswoche für die neuen 1. Semester. Dabei wir ihnen der Campus, die Stadt und alles mögliche rund um den Studienort gezeigt. Und das, obwohl die Leute aus dem Norden auch recht emotionslos sind, mit einer Menge Spaß.

    Wenn dann noch einer ne Studentenkneipe in der Stadt zum laufen bekommt, ist der Anfang gemacht.

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