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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Kurz nachgedacht: Pacta sunt servanda oder was?

14. Februar 2009 von Stephan · 8 Kommentare · Die Generalisten, Nachgedacht

Eben gerade kurz auf dem Sofa eingenickt, nach 2 Stunden wieder aufgewacht, FC Bayern verloren und im Schlaf ne Idee gehabt. Gut so. Folgendes: In den letzten Tagen kommt in den Nachrichten vermehrt wieder das Manager-Bashing wegen Bonuszahlungen auf. Wirtschaftsethisch möchte ich das nicht bewerten, da sind wir uns sicherlich größtenteils einig. Sauerei! Jeder Anspruchsberechtigte wird seine Bonuszahlungen clevererweise vertraglich fixiert haben. Auf welcher Grundlage sollen sonst Millionen fließen?

Mir geht es um den unsauberen Umgang von Politik und Medien mit diesem Thema.  Viel Lärm um nichts? Mir ist schon klar, dass man mit diesem Thema gut Schlagzeilen machen kann. Dort setzt wahrscheinlich auch das Problem an. Verlogene Bande, auf fremde Knochen Schlagzeilen machen! Weil:

Verträge sind einzuhalten. Pacta sunt servanta. Gilt das nicht in Krisenzeiten? Nicht für Manager? Nicht für Topmanager? Können wir jetzt auch die Pensionszahlungen von Postbeamten kürzen? Ist alles möglich? Oder werden wir nur verarscht, und jeder Manager kann seinen Anspruch auf Bonuszahlungen letztendlich vor Gericht durchsetzen? Gut so! Eben. Pacta sunt servanta.

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8 Kommentare bis jetzt↓

  • RenéNo Gravatar

    Insoweit du auf die Scheinheiligkeit der Politiker anspielst, stimme ich dir voll zu. Ich glaube aber, dass Merkel und Co. auch solche Bonuszahlungen meinen, die erst im nachhinein, also nach erfolgreicher Arbeit (was auch immer das bei Managern sei) ausgehandelt werden.

    Aber auch hier passt dein Verdacht der Scheinheiligkeit meines Erachtens. Statt “bitte, bitte” soll man einfach gesetzliche Regeln schaffen, die mögliche Boni nach oben hin deckeln. Das könnte über prozentuale Koppelungen geschehen oder über absolute Summengrenzen; und gewiss gibt es auch noch andere Techniken.

    Aber das ist bestimmt nicht gewollt. Denn so, wie aktuell das Auftreten aussieht, kommen Merkel und Münte bei allen gut an: Bei uns, weil wir sagen “klasse macht den Dampf” und bei den Kapitalisten, weil die sagen “gut so, solange ihr nichts in Gesetze gießt, könnt ihr zur Beruhigung der Leute sagen, was ihr wollt.”

  • VadderNo Gravatar

    So isses !

  • pixelNo Gravatar

    “…also nach erfolgreicher Arbeit (was auch immer das bei Managern sei) …”
    nun, erfolgreiche arbeit ist, wenn der das projekt, das geschäft läuft und beide seiten, AN und AG, glücklich/zufrieden sind …

  • RenéNo Gravatar

    @ pixel

    Das war Ironie, oder?

    Wir reden hier nicht über eine Erhöhung der Betriebsrente o.ä. Die Bonuszahlungen, um die es überwiegend geht, werden gezahlt nach dem ein Unternehmen mit einem anderen verschmolzen wurde. Und das geht nie von statten ohne Entlassungen und erhebliche Zukunftsängste aller Arbeitnehmer. Glückliche und zufriedene Arbeitnehmer sind dabei eher nicht zu finden.

  • pixelNo Gravatar

    es war teils teils eironie … du kämmst alle “manager” über einen haufen … ich bin auch irgendwie manager und bekomme auch nen bonus gezahlt … gut, es geht nicht um millionen aber in deinem text gehts du etwas rabbiat um …

    ich geb dir recht bei boni zahlungen in unternehmen, welche vom staat “hilfe2 entgegen genommen haben … siehe usa … dort soll der deckel bei 500k $ liegen … find ich gut !!! wenn der staat dem unternehmen hilft aus dem m drck zu kommen dann nach den regeln des staates … solange aber ein unternehmen wirtschaftet und “unabhängig” ist vom staat ..lass sie gewähren !

    Pacta sunt servanta. !!!!!

  • RenéNo Gravatar

    Jaja, die, über die wir reden, habe ich alle über einen Kamm gescherrt – und zwar bewusst! Es fehlt nunmal beim von den Politikern angesprochenen Adressatenkreis an jeglicher Redlichkeit. Die Redlichen lassen sich Leistungen eben nur in angemessenen Umfang honorieren – oder: belassen es einfach, wie im Übrigen alle Arbeitnehmer, bei dem von vornherein vereinbartem Entgelt. Es ist doch irgendwie merkwürdig, dass gerade diejenigen, die sowieso schon vertraglich am meisten bekommen, mit Bonuszahlungen zu “guter” arbeit motiviert werden.

    Und rabiat: Ja! Ich sehe keinen Wertunterschied zwischen der Arbeit eines Managers und der eines Handwerkers. Aus materieller Sicht dürfte sogar der Handwerker vorne liegen. Also kann ich nichts sehen, was derartige Entgeltdifferenzen zu Gunsten der Manager, um die es geht, rechtfertigt.

    Und nur weil ein Unternehmen selbstständig vom Staat agiert, sollte es nicht alles dürfen, sollte man ihm nicht alles gewähren lassen. Ich betrachte die in den letzten 100 Jahren entwickelten Regeln zum Arbeitnehmerschutz zum Beispiel als Errungenschaft. Und da stellt sich eben die Frage: Sollten wir uns bei den Bonuszahlungen im normativen Bereich nicht auch fortentwickeln und neue Errungenschaften wagen?

  • RenéNo Gravatar

    Update: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,607885,00.html

    SPD will prüfen, ob man für die Zukunft das Bonisystem bei Banken beschränken oder ganz abschaffen könne. Das geht doch in die richtige Richtung! Das sind, wenn es zur Verwirklichung kommt, mehr als bloße Lippenbekenntnise.

  • VadderNo Gravatar

    Die Metallindustrie überlegt, ob sie die Lohnerhöhungen aus dem neuen Tarifvertrag verschiebt, weil es ihnen so dreckig geht. Das sind doch auch Verträge oder.
    Wenn zwei das gleiche tun ist es noch lange nicht das selbe.
    Regt der kleine Mann sich über diese Gier auf, ist er sozialneidisch.

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