Gerade konnte ich auf Phoenix einer Pressekonferenz (PK) von Münte und Steinmeier nach der Sitzung des SPD-Parteirates beiwohnen. Münte war eigentlich wie immer. Eine gewisse Schnodderigkeit, gepaart mit lässig, launischen Einwürfen ist einfach gut anzuhören.
Der gute Frank-Walter Steinmeier macht mir allerdings Sorgen. Es scheint, als wenn er die Last seines sicheren Wahlkreises auf seinen Schultern nicht zu spüren scheint. Selten habe ich eine so uninspirierte und gleichgültige PK eines potentiellen Bundeskanzlers gesehen. Hat der Kandidat keinen Bock mehr? Hat er sich mit den derzeit aussichtslosen Umfragewerten für die SPD abgefunden? Eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen. Die SPD-Parteispitze wird nicht müde zu betonen, dass im Sommer noch viel zu holen ist. Das Trio Münte/Schröder/Fischer hat schon einmal gezeigt, was Kampagnenfähigkeit bedeutet.
Genau da liegt das Problem von Steinmeier. Man hat bei seinen Auftritten den Eindruck, er sehne sich zurück in die zweite Reihe. Zurück ins Kanzleramt – als Kanzleramtsminister. Unter Schröder hatte er dort seine beste Zeit. Er fügte das zusammen, was Schröder mit seinem kongenialen Partner Fischer moschusgeschwängert ausgeheckt hatte. Die Zeiten der Rampensau Schröder sind vorbei. Die SPD kämpft verzweifelt um ihren Status als Volkspartei. Steinmeier hat dabei einen merkwürdig leeren Blick – ein ganz mieses Karma.
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