Die nächste Stadtverordnetenversammlung (SVV) der aktuellen Legislaturperiode wird am kommenden Mittwoch abgefeiert. Seit der konstituierenden Sitzung treibt mich das Thema der Stasi-Überprüfung unserer Mandatsträger in der SVV um. In der vergangenen Legislaturperiode war ich für die CDU zeitweise Mitglied der SVV. Ich kann mich erinnern, dass ich damals “gebirthlert” wurde. Selbstverständlich (?) wurde diese Überprüfung freiwillig vorgenommen, ich hatte vorher ein entsprechendes Dokument unterschrieben. In Anbetracht der Tatsache, dass ich 1989 gerade mal 13 Jahre alt war und damit nur Kumpels beim Versteckspielen angeschissen haben konnte, war diese Überprüfung für mich trotzdem obligatorisch.
Bislang macht niemand Anstalten diese Überprüfung konsensual, parteiübergreifend auch für die aktuellen Mandatsträger durchzuführen bzw. einzuleiten. Im Übrigen wäre dies für das Präsidium der SVV durchaus ein angemesenes Betätigungsfeld. Nun werden viele behaupten, wir leben 20 Jahre nach dem Mauerfall und sollten die Geschichte ruhen lassen. Ich sehe das anders. Die Aufarbeitung der DDR-Historie ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Sie kann nicht abgeschlossen sein, solange Verantwortungsträger von damals heutzutage Verantwortung übernehmen und sich nicht zu ihrer damaligen Verantwortung bekennen. Ich möchte diese Leute nicht stigmatisieren. Ich möchte einfach nur wissen, mit wem ich es zu tun habe, wer meine Interessen als Bürger vertritt. Ich möchte wissen, warum sich damals jemand gegen die Meinungsfreiheit stellen konnte und diese möglicherweise nun propagiert.
Drüben bei den Leuten, die den Barnim bloggen, wird ebenfalls über dieses Thema debattiert.
2008 hat mich ein Film bewegt. “Das Leben der Anderen” (Wiki) hat mich in jeglicher Hinsicht berührt, nachdenklich gestimmt. Ich verspürte Mitleid Etwas mit dem Anderen (HGW XX/7). Ich betrachte nun diesen Teil unserer Geschichte noch differenzierter. Genau diese Differenzierung in den Ergebnissen traue ich mir zu, wenn ich jetzt um die Stasi-Überprüfung der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung bitte.
Denn…
… nicht jeder der Anderen hat sich für die Namen von Bällen interessiert.
Disclaimer: Ich möchte mit diesem Artikel nicht indizieren, dass sich unter den gewählten Mitgliedern der SVV ehemalige offizielle oder inoffizielle Mitarbeiter des MfS befinden. Nur kann ich es leider nicht für mich ausschließen. Das mag man bewerten wie man will. Ich fühle mich dabei nicht wohl. In Anbetracht der gemeinsamen Vergangenheit und unterschiedlichen Lebenläufen in diesem Teil Deutschlands, kann ich das einfach nicht ausblenden. Ich wünschte, ich könnte es.
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sach ma, kann man zu so einer svv einfach soooooooo hingehen ? ich würd mir das gerne mal anschauen … wenn da “geredet” wird … zum beispiel über edeka und co…..
jap, ist immer öffentlich (bis auf die letzten punkte der tagesordnung, die es nicht öffentlich zu behandeln gilt. bsp. internas wie grundstücksverkäufe etc.).
genau, jeden letzten mittwoch im monat. ab 16.00 uhr im rathaus am altstädtischen markt.
mhhh 16.00 … das wird knapp … gibt es online nen “programm” wo steht was behandelt wird ??? ich geb zu ich bin grad zu faul zum suchen
http://tinyurl.com/buwboo Über Bälle // Die Anderen