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Die Generalisten aus Brandenburg an der Havel. Für nix zu schade!

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Müllszenario – Schnauze voll!

07. Januar 2009 von Martina · 5 Kommentare · Aus dem Leben, Brandenburg, Die Generalisten

Man kann den Brandenburgern nicht nachsagen, sie würden ökologisch hinterm Mond leben. Im Gegenteil: Seit über einem Jahr beobachte ich nun den gemeinen Brandenburger und seinen Willen, umweltfreundlich zu handeln. Ich habe hier nämlich gleich um die Ecke Brandenburgs größte Müllsammelstelle zu stehen. Sie befindet sich an der Kanalstraße/Schillerstraße, genau hier:

Dort trifft sich die Mülltrenn-Szene Brandenburgs, um Altpapier, Plastemüll und Flaschen loszuwerden abzugeben… Manchmal auch gern nach 20 Uhr. Mit Freude werden die leeren Flaschen in die großen Tonnen gefeuert und gern wird mit richtig viel Schwung der Papiermüll versenkt – am liebsten so, dass der Verschluss bei jeder Müllgabe richtig poltert. Besonders nach Feiertagen gleicht dieser Ort einem Schlachtfeld. Jeder will die Weihnachtsverpackungen und leeren Sektpullen loswerden abgeben. Da muss man zusehen, dass einem der Schacht nicht von Anderen verstopft wird, die es auch eilig haben mit ihrem Müll. Sind dann die Container randgefüllt wird gern noch gedrückt und geschoben und so gleichen die Tonnen dann unserer gestopften Weihnachtsgans von neulich… Geht dann wirklich gar nix mehr, werden die Flaschen dekorativ oben aufs Tönnchen gestellt und Pappe und Plastik werden vor die Tonnen gefeuert gelegt. Müll wieder mitnehmen geht eben nicht. Wenn dann am Abend die Besucher des Theaters durch die Kanalstraße strömen können sie die Müllkunst bewundern… hat irgendwie auch was von Kultur. Es ist offensichtlich, dass dieser Ort ein großes Problem darstellt. Da muss eine Lösung her! Spätestens seitdem die Häuser in der Kanalstraße wieder bewohnt sind, kann es so nicht weitergehen; die armen Leute, die mit Blick auf die Schillerstraße wohnen verdienen mein allergrößtes Mitleid. Im Sommer schön aufm Balkon chillen und den Müllentsorgern bei ihren Taten zuschauen können… von dem Gestank der ollen Joghurtbecher will ich gar nicht erst anfangen.

Doch damit ist noch nicht Schluss. Jetzt wirds ganz irre! Die Tonnen müssen ja geleert werden. Jeden Werktag kommt also die Müllabfuhr, schön gestaffelt. Am Montag werden die Flaschen aus zehn Metern Höhe in den Laster fallen gelassen, RUUUMMMS – und das um 7:02 Uhr! Ich brauche keinen Wecker mehr. An den nächsten Tagen werden dann die anderen Container geleert, nee quatsch: Sie werden ausgeschüttelt und damit auch wirklich nix drin bleibt, nochmal schön nach rechts und links geschleudert.  Schon erstaunlich, was für Geräusche so eine Tonne an einem dicken Stahlseil machen kann. Das Ganze wieder um kurz nach Sieben in der Früh. Da bildet sich dann gern ein kleiner Berufsverkehrsstau, weil die Straße komplett von der Müllabfuhr blockiert wird. Also dröhnt nicht nur der Laster, sondern auch noch die PKWs dahinter, super!

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Ändern muss sich die gesamte Situation; kurz: Die Tonnen müssen dort weg, für immer!

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5 Kommentare bis jetzt↓

  • cg1No Gravatar

    gehören die dinger auch der mebra? ein glück gibts sowas in meiner nähe nicht :D

  • hirseNo Gravatar

    Müll: Hallo betroffene, ich wohne in der Havelstrasse und bring da meine Dinge auch regelmäßig hin. Leider manchmal auch später. Geht kaum anders, wenn man in Berlin arbeitet und erst später zurück ist.
    Aber die sauerein, dass da Leute einfach ALLES mögliche hinwerfen ist echt Widerlich! Es kostet glaub ich bis 500€ Strafe wenn man erwischt wird. Also schön die Augen aufhalten und den Müllmann um 7:02 Uhr eins reindrücken…

    Gruss Hirse

  • MartinaNo Gravatar

    @ cg1: mebra oder sulo, wir recherchieren da noch. Antwort folgt dann. Aber warte mal ab, wenn die Teile umgestellt werden… auf der Scholle ist sicher viel Platz.

    @ hirse: Ich schleppe meinen Unrat da auch hin, dass das die Leute grds tun stört mich nicht – nur wie sie es tun ;-) du bringst es auf den Punkt – widerlich!
    Hmm: Das Argument mit der Arbeit ist natürlich pefekt – ich kann sicher nicht verlangen, dass alle jene schön fleißig im Keller sammeln und dann am Wochenende ihr Zeugs entsorgen. Allerdings ist es für die Leute direkt gegenüber auch heftig, wenn sie abends vom Job heim kommen und draußen polterts fleißig. Also, ein Grund mehr, dass diese Dinger da weg müssen – die Sammelstelle hat nix in unmittelbarer Anwohnernähe zu suchen.

    Mir scheint, dass man mit Müll-wachting richtig reich werden könnte?! 500 Euronen?

    Eine Frage: Dürfen Gewerbetreibende eigentlich ihren Mist da entsorgen?

  • pixelNo Gravatar

    hej bitte nicht uff die scholle .. da will ich doch hin ziehen :-/ also dann stell die dinger doch lieber … ach ich weiß auch nicht … ;-]

  • MartinaNo Gravatar

    @ pixel: Genau das ist das Problem – finde für diese Teile mal einen geeigneten Standort. Da würde jeder auf die Barrikaden gehen, wenn ihm so eine Sammelstelle vor die Latichte gestellt werden soll.
    Naja, und wo sie jetzt steht, steht sie schon ewig… genug ist genug!

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