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Rückblick auf die Bundesliga

17. Dezember 2008 von René · Keine Kommentare · Die Generalisten, Fußball

Autor: René

Die Hinrunde der Bundesliga ist vorbei – und somit ist es Zeit zu schauen, was in der Saison bis jetzt passiert ist.

Der Herbstmeister: Hoffenheim ist Herbstmeister dank attraktivem Offensiv- und konsequentem Systemfußballs. Gleichwohl dies in den Medien als Sensation gefeiert wird, muss ich sagen: Eine Überraschung ist es nicht. Ich erinnere mich noch gut an das Ende der letzten Zweitligasaison, wo Vertreter verschiedener Zweitliga-Teams meinten, nach ihrem Durchmarsch in der zweiten Liga werde die TSG auch in der ersten Liga vermutlich um die ersten drei Plätze mitspielen. Das war nicht einfach daher gesagt; wer  Hoffenheims Rückrunde nach der Aufrüstung in der Winterpause verfolgte hatte, wusste: da ist etwas dran! Und schon damals hieß es, einen Transfer von der Größe Riberys könnten sich in Deutschland nur zwei Vereine leisten: die Bayern und eben Hoffenheim. Und auch der unaussprechliche Uli Hoeneß hat vor dieser Saison darauf gewettet, dass Hoffenheim sich für die Champions-League qualifizieren werde…

Was mich an dem Modell Hoffenheim stört: Hier wird künstlich ein erfolgreicher Verein geschaffen, der andere Vereine, die jahrelang kontinuierlich gearbeitet haben, rasend überholt und beinahe chancenlos zurücklässt. Damit meine ich nicht die Bayern, Bremen oder Dortmund. Mir geht es um Waldhof Mannheim, die wir wohl nie wieder im Profifußball sehen werden, da der regionale Nachbar Hoffenheim magnetisch alles (Sponsoren, “Fans” etc.) an sich zieht und bindet. Oder Mainz, die letztes Jahr am Ende der Zweitligasaison Hoffenheim vorbeiziehen lassen und als Vierte in der zweiten Bundesliga bleiben mussten, da Hoffenheim dank seiner Verpflichtungen im Winter in der Tabelle nach oben stürmte.

Allerdings brauchen sich meines Erachtens Bayern- und Dortmund-Fans nicht aufzuregen. Deren Vereine geben genauso Geld aus – und sogar noch größere Summen. An der Stelle der Debatte geht es mir dann doch zu sehr um Neid; und da mache ich nicht mit.

Die Überraschung: Wie soeben gesagt, hat Hoffenheim mich nicht so wirklich überrascht. Die Überraschung der Hinrunde ist für mich Hertha BSC. Platz drei und durchaus attraktiven Fußball! Das kennt man aus Berlin nicht. Entscheidend verantwortlich dafür ist für mich der Trainer, Lucien Favre. Zwar hatte ich Favre fußballerisch einiges zugetraut, doch daran gezweifelt, dass er das schwierige Mannschaftsgefüge in den Griff bekommt. Dennoch: Er hat es geschafft. Also kann ich nur gratulieren und wünschen, dass auch die Rückrunde ähnlich verläuft.

Die Enttäuschung: Eindeutig Werder Bremen. Für Werders Hinrunde habe ich eigentlich keine Erklärung. Wer die ersten Drei der Tabelle (Hoffenheim, Bayern und Hertha) schlägt und dazu gegen alle drei jeweils fünf Tore schießt, darf nicht auf Platz acht der Tabelle liegen. Irgendwo habe ich während der Saison für Werder die Umschreibung “Wundertüte” gelesen. Treffender geht’s nicht. Keine Verlässlichkeit, keine Souveränität und keine Ruhe im Spiel. Ganz leise hat man aus Bremen während der Hinrunde mitunter sogar die Trainerfrage gehört. Aber wohl auch aus Mangel an ernsthaften Alternativen dürfte Schaaf sich keine Sorgen machen müssen. Letztlich ist es Fußball – und da gibt es eben auch mal schlechte Tage oder Halbserien. Schwierig wird es für Schaaf wohl nur, wenn auch die Rückrunde keine Besserung bringt.

Der Spieler: Von Ibisevic einmal abgesehen, ist für mich Stefan Kießling der Spieler der Hinrunde. Er hat im Vergleich zu den letzten Jahren von allen den größten Fortschritt gemacht. Acht Tore und sechs Vorlagen sprechen für sich. Kießling scheint gerade den Schritt vom Talent zum gereiften Spieler zu vollziehen.

Die Trainer: Erfreulich ist es, dass viele Trainer offensiv spielen lassen. Speziell freut es mich für Bruno Labbadia, dass er nun auch in der ersten Liga erfolgreich ist. Gleiches gilt für Jürgen Klopp. Bei Hans Meyer scheint die Luft raus zu sein; aber man hatte ja auch schon aus Nürnberg gehört, dass er die Spieler in Krisen nicht mehr erreiche. Was bei den Bayern von Klinsmanns Konzept übrig geblieben ist, sieht man meiner Meinung nach immer noch nicht. Die Ausrichtung auf und Abhängigkeit von Ribery jedenfalls kenne ich schon von Hitzfeld. Warten wir mal ab, ob da noch was kommt.

Was bleibt: Zuletzt möchte ich noch Lesetipps geben. Jens Lehmann hat letzten Samstag in der SZ Interessantes zu dem neuen deutschen Offensivfußball gesagt. Ihm fehle die Verlässlichkeit im Offensivspiel. Wer mehr erfahren möchte, den verweise ich auf das Interview.

Einen speziellen Rückblick auf die Leverkusener Hinrunde findet ihr bei catenaccio. Gedanken zur schwierigen Bremer Situation am Ende der Hinrunde gibt es im Werderblog.

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