Autor: René
Seit Wochen beobachte ich in der 2. Bundesliga etwas, das ich bemerkens- und hier für erwähnenswert halte: die Entwicklung Kevin Schindlers.
Kevin Schindler ist 20 Jahre alt, Stürmer, U 21-Nationalspieler und spielt derzeit beim FC Hansa Rostock, der ihn für ein Jahr von Werder Bremen ausgeliehen hat. Manch einer kennt ihn gewiss nach aus einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft Werders, als diese zu Beginn der letzten Saison wegen Verletzungen auf einige Stürmer verzichten musste. Die Entscheidung Schindlers im Sommer, nunmehr für ein Jahr nach Rostock in die zweite Liga zu gehen, war vermutlich für alle drei Beteilgte – Werder, Hansa und Schindler – von Vorteil. Rostock hat einen Stürmer mit überdurchschnittlichem Zweitliganiveau bekommen, Schindler selbst entwickelt sich aufgrund der Spielpraxis im Profifußball weiter, und Werders Chancen stehen gut, im nächsten Sommer einen gereiften Stürmer zurückzubekommen.
Schindlers bisherige Saison in Zahlen sieht so aus: Er war in allen neun Ligaspielen dabei, bei acht von Beginn an. Er hat drei Tore geschossen und sechs vorbereitet; damit liegt Schindler in der Scorerliste der zweiten Liga auf Platz zwei. Seine durchschnittliche Kicker-Note liegt bei 2,94, womit er unter allen Zweitligaspieler den elften Rang einnimmt.
Schließlich ist noch bemerkenswert, dass Schindler heute in der Sportschau mit seinem Freistoßtor aus dem Koblenzspiel an der Wahl zum Tor der Woche teilnahm.
Schindler ist kein reiner Stoßstürmer alten Stils, der auf die Bälle wartet, um sie dann zu verwerten. Er fördert den Fluss des Offensivspiels, trägt den Ball mit vor das Tor, was eben in dieser Saison zu den zahlreichen Torvorbereitungen geführt hat.
Was mich neben all dem von Schindlers Qualität überzeugt hat, sind: sein Einsatzwille, seine Präsenz auf dem Platz, seine starke Physis, seine überragende Schusstechnik, die mich ein wenig an Podolskis erinnert, und seine Spielintelligenz. Man sieht Schindler nicht gedankenlos ins Abseits laufen; vielmehr spürt er instinktiv, wann er sich wohin bewegen muss.
Woran Schindler noch weiter arbeiten muss, ist seine bei Bremen oftmals zu beobachtende und in den bisherigen Spielen für Rostock noch ab und zu erkennbare Zögerlichkeit. In manchen Situation könnte er noch beherzter und konsequenter in die Spielsituationen hineingehen. Denn das Potential, diese Situationen erfolgreich zu beenden, besitzt er! Immerhin war letzte Woche beim 9:0 gegen Koblenz von Zaghaftigkeit bei Schindler nichts zu sehen: Eingesetzt auf der rechten Seite trieb er die Mannschaft immer wieder nach vorne, schaltete ohne Zögern in die Offensive um und bereitete auf diese Weise vier (!) Treffer vor.
Wenn Schindler diesen Weg weiter geht, bin ich sicher, dass er sich in der ersten Liga (dann wohl bei Bremen) durchsetzen wird. Und eventuell wird seine internationale Laufbahn dann auch nicht auf die Einsätze in den Jugendauswahlen und der U 21 beschränkt bleiben.
Da die Entscheidung, “runter” in die zweite Liga zu gehen, mutig war, wünsche ich Schindler, dass diese sich auch weiterhin so lohnt wie bisher. Und jetzt kommt der Fan: Auf dass er Rostock zum Aufstieg schießt und Werder dann in den nächsten Jahren zur Meisterschaft!
Keine verwandten Artikel.
Keine Kommentare bis jetzt↓
Es gibt bis jetzt noch keine Kommentare. Sei der Erste, trau dich!